Mercedes zieht dem EQ den Stecker
Die Elektro-Submarke EQ verschwindet aus den Modellnamen – künftig heißen die Stromer wie ihre Verbrenner-Geschwister, ergänzt um den schlichten Zusatz „Elektrisch“. Aus EQA, EQE und EQS werden also wieder GLA, CLA & Co. mit Elektroantrieb, so wie es sich beim neuen CLA und dessen SUV-Ableger GLA bereits andeutet.
Der Grund: Mercedes will nicht länger zwei Parallelwelten pflegen. EQ hatte sich mit eigenem Design, eigenen Kürzeln und eigener Logik faktisch zur Marke in der Marke gemausert – genau das soll nun ein Ende haben. Kolportiert wird sogar, EQ sei ursprünglich als stille Rückzugsoption gedacht gewesen, falls die E-Mobilität floppt. Konsequenz der neuen Linie: Am Heck bleibt künftig nur noch die klassische Typbezeichnung samt Leistungsdaten stehen, etwa „GLB 400 4-Matic“ – den Elektroantrieb verrät dann eher das Datenblatt als die Karosserie. Gleichzeitig räumt Mercedes mit dem Label-Wildwuchs aus EQ, „EQ Technologie“ und „EQ Power“ auf.
Damit zieht der Namenswechsel nach, was sich beim Design längst abzeichnet: Statt eigener Formensprache orientieren sich die E-Modelle wieder an den bekannten Baureihen. Wiedererkennung schlägt Abgrenzung – nur geht dabei auch ein Stück der schnellen optischen Erkennbarkeit verloren, die EQ einst ausmachte. Eine Baureihe soll künftig mehrere Antriebsarten anbieten, ohne dass der Name eine Parallelwelt aufmacht.
Thomas Schiefer nimmt als geschäftsführender Gesellschafter der innomark GmbH in unregelmäßigen Abständen zu aktuell in der Diskussion befindlichen Markenthemen Stellung.